Forschung

Legal Assistance Centre (LAC) Namibia

Projektbeschreibung

Das Legal Assistance Center (LAC) wurde am 9. Juli 1988 in der namibischen Hauptstadt Windhuk eröffnet. Seit diesem Zeitpunkt setzt es sich vornehmlich durch Projektarbeit für den Schutz der Menschenrechte in Namibia ein. Es wird finanziert durch nationale und internationale sowohl private Spender als auch Spendeorganisationen. Die Arbeit des LAC wird durch die Legal Assistance Trust überwacht, deren Sachwalter ihrereseits Juristen und Gemeindevorsitzende sind.

Die Arbeitsbereiche des LAC umfassen folgende Gebiete:

  • Rechtsstreitigkeiten
  • Information und Beratung
  • Aus- und Weiterbildung
  • Forschung
  • Rechtsreform und Interessenvertretung

Derzeit betreut das LAC Projekte in folgenden Themengebieten:

AIDS Recht Einheit (ALU)
Durch die Förderung der Menschenrechte als eine Reaktion auf HIV / AIDS in Namibia, konzentriert sich die AIDS-Gesetzes Einheit sowohl auf der Verletzung der bürgerlichen und politischen Rechte auf der Grundlage des HIV-Status und der Leugnung der sozio-ökonomische Rechte.

Gender, Forschung & Interessenvertretung (Advocacy) Project (GR&AP)
Das Gender Forschung & Advocacy Project zielt darauf ab Gleichstellung von Mann und Frau und die Übertragung von Verantwortung durch Rechtsforschung, Rechtsreform und der damit verbundenen Lobbyarbeit zu fördern.

Menschenrechte & Einheit Verfassungsrecht (HURICON) (Human Rights & Constitutional Unit (HURICON)
Huricon beschäftigt sich mit Test- Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Menschenrechtsfragen oder durch die namibische Verfassung geschützten Rechte, einschließlich des Rechts auf Würde, Privatsphäre, Gleichheit und Freiheit von Diskriminierung.

Erdboden, Umwelt & Entwicklung (LEAD) Projekt (Land, Environment & Development (LEAD) Project)
Das LEAD-Projekt hat das Ziel, die Bedürfnisse der Armen in ländlichen Gebieten durch die Zusammenarbeit mit der Regierung und NGOs durch Forschung, Ausbildung, Rechtsreform, Rechtsstreitigkeiten und Lobbyarbeit anzugehen.

Der namibische Rechtsbericht (Namibian Law Report)
Der Rechtsbericht enthält wichtige Urteile des namibischen Arbeitsgerichts, des Obersten Gerichtshofs und des Bundesgerichtshofs.

Namlex
Ein Register der in Namibia existierenden Gesetze. Stand: 30. Juni 2010.


Hier gelangen Sie zur Webseite des Projekts.

 

1. Einbettung der Studie in die Arbeit des LAC

Die Studie Maintenance Matters – An Assessment of the Operation of the Maintenance Act 9 of 2003 – wurde durchgeführt vom Projekt Gender, Forschung & Interessenvertretung (Advocacy) Project (GR&AP)

2. Maintenance Matters – An Assessment of the Operation of the Maintenance Act 9 of 2003

Im Jahr 2013 veröffentlichte GR&AP die hier präsentierte Studie über die Anwendung und Durchführung bzw. die praktischen Auswirkungen des Unterhaltsgesetzes vom November 2003.

Das Projekt stellt die erste Studie dar, welche die Operationalisierung des Unterhaltsgesetzes von November 2003 erforscht. Sie ist die dritte in einer Reihe vom LAC durchgeführten Studien zur Umsetzung und Durchführbarkeit von Schlüsselgesetzen im Gender-Bereich.

Ziel der Studie war durch die Erforschung der praktischen Umsetzung und Umsetzbarkeit herauszufinden, ob das Gesetz seinen Sinn und Zweck tatsächlich erfüllt. Hiermit einhergehend sollten Konzepte entwickelt werden, um die Effektivität des Gesetzes zu verbessern.

Hierzu wurden

  • Daten aus 1687 Gerichtsakten aus den Jahren 2005–2008, der 19 von 31 Amtsgerichten in 12 aus 13 namibischen Regionen gesammelt und ausgewertet.
  • Es wurden 34 Interviews mit Richtern, Maintenance Officers und Rechtsanwälten, diese aus 11 Regionen in Namibia stammend, geführt.
  • Darüber hinaus wurden 6 Diskussionsgruppen gebildet bestehend aus insgesamt 62 Personen.
  • Außerdem wurden Fälle, die das Unterhaltsgesetz aus dem Jahr 2003 zitieren, relevante Statistiken, Entwicklungen in der Rechtsprechung und Beispiele aus anderen Ländern erforscht und ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigen, dass im Durchschnitt während der Arbeitszeit alle 30 Minuten eine Unterhaltsklage eingereicht wird, da 4000-5000 bei den zuständigen Gerichten jedes Jahr anhängig sind. Doch nur etwa zwei Drittel der Klagen führen tatsächlich zu einer Unterhaltsentscheidung. Und dies obwohl alle Kinder Unterhalt benötigen und die meisten Unterhaltsklagen aus einem klaren Bedürfnis nach finanzieller Unterstützung resultieren. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Gerichtsprozess zur Erlangung einer gerichtlichen Entscheidung so schnell und einfach ist, wie das Gesetz dies vorsieht, wenn sich der Sachverhalt als einfach darstellt und der abwesende Elternteil bereit ist, Unterhalt zu zahlen. Treten jedoch Herausforderungen auf, so ist das Ergebnis ein vollkommen anderes: Aufgrund zahlreicher Ursachen für Verzögerungen dauert das Verfahren viel länger und ergeht vermutlich keine Entscheidung.

Hauptautorin der Studie war Rachel Coomer. Dianne Hubbard ihrerseits betreut das Projekt, schrieb Kapitel 3-4 und redigierte die Studie.

Rachel Coomer arbeitet seit 2007 beim LAC. Sie hat einen Abschluss der Universität Oxford in Großbritannien und einen Master-Abschluss der University of Western Cape. Sie ist ausgebildet in der technischen Redakteursarbeit, mit besonderen Fähigkeiten in der Herstellung von Unterrichtsmaterialien. Ihre Rolle ist es die Abteilung in der Öffentlichkeitsarbeit, einschließlich der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien, Interessenvertretung, Forschung, Verbreitung von Forschungsergebnissen und Pressearbeit zu unterstützen.

Dianne Hubbard war seit der Entstehung des GR&AP im Jahr 1993 hier die zuständige Koordinatorin. Sie hat Abschlüsse in Englischer Literatur der University of North Carolina in den USA und der Universität Stellenbosch in Südafrika, sowie einen juristischen Abschluss mit Auszeichnung der Harvard Law School in den USA. Sie wird im „A-Z politscher Persönlichkeiten“ im Handbuch über namibische Politik geführt.

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